5. Juli 2012

Hobbit-Quest - Ein Drama in 4 Akten

Die meisten von euch werden es schon über Facebook gelesen haben, die Dagi hat sich das aller erste mal im Geo-Caching versucht. Und zwar beim Hobbit-Quest des Klett-Cotta Verlags welcher anlässlich des neuen Hobbit Films bis Dezember Rätselraten und eben Schatzsuchen veranstaltet.


Eigentlich fing ja alles ganz harmlos an.  Am 1.7. um 12 Uhr wurden wie üblich die Koordinaten für die 4. Steintafel veröffentlicht. Ein Ereignis welches ich nicht unbedingt besonders gespannt verfolge, frei nach dem Motto: „Ach, Dresden… hier verstecken die bestimmt eh nix…“ Doch was sollten meine müden Augen an diesem Sonntag entdecken? Genau! Ein Hobbit Schatz in der Dresdner Heide!

Sofort wurde also Papa lieb angeschaut und mit den diplomatischen Worten „Ich geh ‘nen Schatz im Wald suchen. Willst du mitkommen?“ eine praktische Mitfahrgelegenheit organisiert.  Da die Dagi noch nie Geo-Caching betrieben hat möge man ihr nachsehen, dass sie zum ersten Versuch lediglich eine Landkarte mitnahm. Das Unternehmen war natürlich zum Scheitern verurteilt, aber wenigstens konnte man sich ein wenig mit dem Gebiet vertraut machen.

Ausgerüstet mit Navi und Landkarte machten wir uns also am Montag gegen 7:30 Uhr wieder auf den Weg zum Prießnitzgrund. Theoretisch hätte von hier aus alles ganz einfach gehen sollen, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Der erste Moment des Zweifels ob wir den richtigen Weg gewählt hatten kam uns als wir bereits daran scheiterten die auf der Karte eingezeichnete Pionierbrücke über die Prießnitz zu finden. Von da aus wäre man ratz-fatz zur Lynchschlucht gekommen. In Anbetracht unserer absoluten Ortsunkenntnis beschlossen wir dann kurzerhand durch den Fluss zu gehen an der Stelle an der die Brücke hätte sein müssen. Es war ja schließlich warm und der Wasserstand auch nicht besonders hoch. Am anderen Ufer angekommen fand sich auch schnell der entsprechende Weg in die Lynchschlucht.

Papa an der nicht vorhandenen Pionierbrücke

Interessanterweise verläuft in der Nähe der Schlucht ein kleiner Wanderweg welcher den Namen Todweg trägt. Das an sich ist zwar schön-schaurig, aber noch lange nicht interessant. Man muss wissen, dass es in der Dresdner Heide ein eigenständiges Wanderwegverzeichnis mit allerlei drolligen, runenartigen Symbolen gibt. Und das Zeichen für den Todweg bezeichnet man doch nicht etwa als rotes Auge*! Wenn, das nichts zu bedeuten hat, dann weiß ich auch nicht.

* Herr der Ringe / Hobbit Anspielung auf Sauron, aber natürlich wusstet ihr das alle.

 Dreckige Füße

Am Rande der Lynchschlucht angekommen wurde das erste Mal das Navi gezückt und wir wurden zielsicher einmal am steilen Süd-Hang ganz nach unten, durch den wild-romantischen Bach, der von umgestürzten Bäumen nur so starrte, und am anderen, nicht minder steilen, und von Unterholz überwucherten Nord-Ufer wieder nach oben geführt. Und endlich hatten wir das Ziel vor Augen. Zumindest dachten wir das. Die Koordinaten stimmten einigermaßen, wenn das Gerät denn mal Empfang hatte, und von möglichen Verstecken schien es hier nur zu wimmeln. Ganz besonders auffällig war eine riesige Ansammlung von abgestorbenen Fichten die eine richtige Höhle aus Wurzeln bildeten, die sogar groß genug war um bequem rein zu kriechen. Nach etwa 1 ½ stündiger Suche stellte sich jedoch noch immer kein Erfolg ein und wir beschlossen die Aktion abzubrechen. Vielleicht hatte ja inzwischen schon jemand seinen Fund gemeldet.


Fehlanzeige, die Tafel blieb unauffindbar. So beschloss ich am Dienstag mit Andü und der heldenhaft buddelnden Danü weiterzusuchen. Wieder 1 ½ Stunden am (Nord)Hang und trotz dreier Augenpaare lies sich nichts Verdächtiges im Umkreis finden.

Bis Dienstagnacht meldete sich kein Finder und so wurde der erste Hinweis veröffentlicht: So, so. Ein Loch im Boden, eine Höhle aus Baumwurzeln. Na da waren wir doch schon! Hatten wir etwa nicht gründlich genug gesucht? Das darf nicht sein! Also zog ich am Mittwoch Morgen bereits um 7:00 Uhr von zu Hause mit dem Zug los damit mir ja kein anderer Schatzsucher mit Hilfe dieses Hinweises zuvor kommen könnte. Wieder 2 Stunden immer den (Nord)Hang hoch und wieder runter und wieder hoch, an jeder noch so kleinen Wurzelhöhle nachsehen und mit dem Stock drin herumstochern ob sich nicht was finden ließe. Plötzlich ein „Klonk“. Nanu, das klingt nicht nach Holz. Eifrig buddelte ich den losen Sand am Fuße einer Wurzel beiseite um lauter kleine Steine zu Tage zu fördern. Seltsam. Es wird doch nicht etwa der Schatz sein? Richtig, er war es nicht! Aber immerhin eine Steintafel, wenn auch ganz ohne Runen. Nachdem ich inzwischen sämtliche Bäume, Wurzeln und Stümpfe am Hang abgesucht hatte kam ich zu dem Schluss, dass ich den Schatz wohl nie finden würde und machte mich geknickt auf den Heimweg**.

** Unbefriedigt im Wald -  Der neue Blockbuster von und mit Danü, Dagü & Andü



Auch bis Mittwochnacht meldete sich niemand der die Steintafel gefunden hatte, allerdings wurde ein Hinweis veröffentlicht der so eindeutig war, jetzt musste man den Schatz einfach finden! Am Südufer sollte er liegen, ganz nah am Bach und der Baum unter dem er lag sollte mit einem roten Band gekennzeichnet sein. Da konnte es ja nichts werden, wenn einen das Navi ganz gezielt zur falschen Seite der Böschung lotst! So ein Ärger! So beschloss ich dann spontan und aus Prinzip, weil ich eh schon so viel Zeit investiert hatte noch ein viertes Mal auf die Suche zu gehen. Donnerstag  gegen  6 Uhr früh ging es wieder mit dem Zug nach Dresden. Den Weg durch den Prießnitzgrund und hoch bis zur Lynchschlucht konnte ich inzwischen im Schlaf gehen. Dann hieß es wieder den Abstieg durchs Unterholz zu wagen, durch den Bach und wieder steil nach oben, diesmal am Südhang. Auch hier gab es wieder reichlich Wurzelhöhlen, allerdings war an keinem der Bäume ein rotes Band zu erkennen. Nach einer halben Stunde auf und ab flatterte plötzlich etwas im Augenwinkel und siehe da, liebreizend umwunden stand er da, der Baum der Erlösung! Endlich. Jetzt hieß es nur noch die Wurzeln von loser Erde zu befreien und da war sie, die lang ersehnte Steintafel! So schön und oh so schwer! So schwer (9 Kg), dass sie mich mehrere Male fast zu Fall brachte als ich mich endlich zum letzten Mal auf den Weg aus der Schlucht machte. Aber das war es mir Wert, mein Kleinod, mein Schatz. Nach diesem Erfolgserlebnis kann ich auch endlich meinen inneren Gollum wieder an die Kette legen. 

Vielen Lieben Dank nochmal an die fleißigen Helfer und die, die es gerne geworden wären!


 

Da fällt mir noch ein: Mein offizieller Titel in der Hall of Fame des Hobbit Quests lautet jetzt "Titan vom Teufelsberg". Bitte redet mich in Zukunft nur noch so an! ^^ Und nein, ich habe mir den Namen nicht selbst ausgesucht! XD

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