30. Januar 2008

Dagi in London - Episode I

Kleiner Nachtrag zu Gestern, wo doch mein Fotoapparat leider keine sehr scharfen Bilder im Zwielicht schießen kann.

Wenn mir jetzt noch irgendwer erklären könnte wie ich Umfragen in meine Posts einbauen kann wäre ich sehr dankbar!

I HEART CAMDEN !

29.01.2008, 22:12Uhr

Unser Programm für den heutigen Tag war das Victoria und Albert Museum… zumindest bis gestern Nacht. Und bis heute Mittag haben wir eigentlich noch gedacht wir fahren nach Kingston, aber erstens kommt es zweitens und drittens als man denkt.*

Und so fand sich unser Master nach mehrmaligen Kursänderungen um 15 Uhr in Camden auf der Junction Road wieder. Nach kurzzeitigen umherirren gelang es dem Segelmeister seine Kontaktperson** zu ... kontaktieren. Und gemeinsam machte man sich auf zum Highgate Cemetery um den ollen Kopp vom ollen Marx zu besichtigen.

* Oder so.
** Codename J.A.N.A.




Der Nischel war, wie sich Freunde des Masters sicherlich denken können, eher Nebensache. Highgate Cemetery ist ein unglaublich schaurig-schöner verwilderter Friedhof der jederzeit als Kulisse für eine von Edgar Allan Poes Gothic Novels herhalten könnte. Wir hätten da gut und gerne 2 Stunden oder mehr zubringen können um jeden Winkel zu erkunden, wäre da nicht das Problem mit den Öffnungszeiten. 15.15 Uhr sind wir in Highgate eingelaufen und 16Uhr sollte geschlossen werden. Der charmante*** Brite am Eingang wies uns auch seeehr deutlich darauf hin, dass nach 16Uhr sämtliche Tore verschlossen sind.**** Frohen Mutes genau 45 Minuten Zeit zur Erkundung zu haben machten wir uns also auf den Weg. OHNE Karte, denn ein Master braucht keine Karte. Der hat sein Navi HIER (Master tippt sich an die Schläfe). Außerdem war uns 1 Pfund für die sch### Karte zu teuer, immerhin hatten wir ja schon Eintritt bezahlt. Den Nischel haben wir wie man sieht auch ohne Hilfe gefunden, der wäre aber auch schwer zu übersehen gewesen. Vielleicht, wenn man auf einem Bein hüpfend, eine Hand in der Hosentasche, Ruß auf der Nase und einen Kochtopf auf dem Kopf gehabt hätte.

Aber wie schon erwähnt war der Friedhof einfach unglaublich schön. Das langsam einsetzende Zwielicht hat das ganze noch stimmungsvoller Gemacht.
Etwas was vielleicht nicht ganz zur restlichen Umgebung gepasst hat war ein äußerst interessanter Grabstein. Um seinen lieben Daheimgebliebenen eine Abbildung des Selbigen zu präsentieren nahm der Master unsägliche Anstrengungen in kauf, kletterte über Grabsteine und fand beinahe ein vorzeitiges Ende, als er, gerade als er zum Sprung über den letzten Grabstein ansetzte, von einer widerwärtigen, wilden Bestie***** die heimtückisch im Gebüsch lauerte, angefallen wurde. Wie der geneigte Leser sich sicherlich zu denken vermag, kam der Segelmeister noch einmal mit dem Schrecken davon. Seine große, männliche unglaublich furchteinflößende Gestalt hatte die Bestie in die Flucht geschlagen!

*** Charmant ist hier gleichbedeutend mit 3 GBP Eintritt verlangend.
**** Der Master hat doch nicht etwa in einem Anfall von Vorraussichtigkeit keine 5 Minuten zuvor beim entlanglaufen an der hohen und mit spitzigen Metallspitzen ausgestatteten Friedhofsmauer die Äußerung getätigt, wie lustig es wäre wenn man ihn und Agenten J.A.N.A. auf dem Friedhof einschließen und über Nacht vergessen würde.
***** „Bestie“ ist ein klatschianischer Ausdruck und bedeutet in unsere Sprach übersetzt so viel wie „Taube“.




Nach dieser aufreibenden Unternehmung wurde es auch schon Zeit sich zum Ausgang zu begeben. Der verschlossen war. ABER WIR HATTEN NOCH 5 MINUTEN!!!! Glücklicherweise erklang kurz nach unserem ersten Entsetzen ein liebreizend gebrülltes „JUSTIN! JUUUSTIN!!! ...“ Woraufhin ein diesmal wirklich echter charmanter Brite kam und sehr nett fragte wie es uns denn so geht. Auf die Antwort, dass wir jetzt schon gerne gehen möchten meinte dieser, dass wir wohl leiiiiiider doch auf dem Friedhof bleiben müssen ... Äh...ja... er hat uns dann natürlich das Tor wieder aufgeschlossen, aber mit so wirklich echten charmanten Briten lässt man sich gern auf einem Friedhof einschließen******... La-La-Land...

Nach diesen Anstrengungen ging es erst mal ins geheime Hauptquartier von Agent J.A.N.A.******* Das war sehr interessant, vor allem, weil sich dem Master die Frage aufdrängte: Ist es diskriminierend, wenn es Wohnungen gibt in die Menschen mit einer Konfektionsgröße >52 nicht hinein passen? Egal. Also englische Wohnverhältnisse sind nichts für Menschen mit Platzangst und über Brandschutz sollte man lieber auch nicht all zu oft nachdenken. Davon abgesehen war es eine äußerst gemütliche Wohnung und die Küche weckte beim Master Hunger- und Heimatgefühle.******** Zu Futtern gab es Pita gefüllt mir Thunfisch, Reis, Mais, Frischkäse und Pesto.*********


****** Fast so gern wie man spontan mit einem völlig unbekannten Pseudo-Schotten zwangsverheiratet wird.

******* Zumindest theoretisch. Praktisch ging es mal nach oben, mal nach unten, dann rechts und wieder links und weil man wenn man ständig quatscht nicht navigieren kann waren wir plötzlich...äh...woanders. Aber wir sind ja alle sehr vorbildlich und haben immer eine Straßenkarte dabei. Es hat also auch fast nur eine Stunde gedauert bis wir endlich da waren wo wir hin wollten.

******** Besser gesagt Köptngefühle... es fehlte nur noch eine Ratte.

********* Auch das war nur der theoretische Grundgedanke. Praktisch sah es so aus dass die Pitas zu lange gebacken waren um sie noch mit irgendetwas zu füllen, also wurden sie zur Beilage degradiert. War aber trotzdem lecker!




Nach dem Abendbrot sind wir mit dem Bus nach Camden Town übergesetzt und haben uns ins Nachtleben gestürzt. Dummerweise sind Britische Händler auch in Camden nicht ganz so nachtaktiv wie man es sich wünschen würde und die meisten Läden und Stände waren schon geschlossen. Aber was noch da war, war äußerst vielversprechend. Köptn, Erster und Killick: ihr würdet es LIEBEN!!! Aber was es da alles gibt werde ich am Donnerstag schreiben, da gehen wir dann mal vor Ladenschluss hin.

Der Master und Agent J.A.N.A. haben sich dann noch eine Packung leckere Donuts gegönnt und haben dann eine Taverne angesteuert die ihnen von ein paar Bordkameraden empfohlen wurde. Erstens war die voll und es standen nirgendwo Preise und zweitens haben sie sich auf dem Weg dahin üüüüberhaupt nicht verlaufen und auch nicht wieder Ewigkeiten gebraucht um dort zu landen wo sie hin wollten**********. Jedenfalls sind sie weiter gesteuert um in eine Taverne zu gehen die ihnen bereits auf ihrem Irrweg aufgefallen ist:

********** Aber durch den Umweg haben sie eine andere Taverne mit Namen HOBGOBLIN gefunden, mit Schädeln und so! Die steht auch definitiv auf der To-Do-List.



Sehr piratig! Aye, Sir?
Der Pub gehört zu ner Veranstaltungshalle und ist dementsprechend geräumig. Aber sehr schön. 1 Pint Guinnes kostet 3,20Pfund und die Musik hat Heavy Duty Charakter. Prädikat: Empfehlenswert. Auch da der Gläser-wegräum-Mann nen tollen Zopf hat und schöne rotblonde Haare.

Nach unserem Pint waren wir dann auch leicht müde und haben für Heute erst mal die Segel gestrichen. Aber Donnerstag geht es wie gesagt weiter! Olè und Yoho, yoho pirates never die!

ENTE und Gute Nacht.


Ps: SQUIRREL

Mein persönliches Eichhörnchen hat ab sofort einen offilziellen Namen:

Liam Lord of Gaynor

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Namens-Kontributoren! Für alle, deren Vorschläge nicht berücksichtigt werden konnten: Keine Panik! Seit ein paar Tagen hat Liam Lord of Gaynor einen Freund/Freundin. Und natürlich brauchen wir auch für dieses Hörnchen einen Namen!

Pss:
Liam Lord of Gaynor hat heute Morgen brutal eine unschuldige Taube angefallen und sie in den Würgegriff genommen. Gott sei dank kam niemand ernsthaft zu Schaden.

26. Januar 2008

"Das Internet" oder "Meine Beine tun weh!"

Olè, olè Heute am 26.01.2008 ist es endlich geschafft: die Dagi hat zu Hause Internet und kann ab sofort wieder regelmäßig mit ihren Lieben in Kontakt treten!!! *freu*


Heute hab ich mal ne Hammermäßige Sightseeing Tour gemacht. Allerdings alleine, denn Steffi ist in Swansea ne Freundi besuchen und Jana hat Besuch von ihrer besseren Hälfte bekommen. Naja, so hab ich mir aber auch wirklich ganz genau das anschauen können was mich interessiert...und auch in meiner Geschwindigkeit.

Um 11 Uhr wollte ich hier losmachen... aber das hat der Postbote verhindert. Der hat mir nämlich ein Päckchen vom Köptn gebracht..naja oder eher durch den Briefschlitz gequetscht. Das hat meinen Aufbruch dann doch ein wenig verzögert weil ich es natürlich sofort aufmachen und den Brief darin lesen musste. Hach mein Sör, damit hast du deinem Master eine riesige Freude gemacht du Sau...und du hast GAR NIX verraten!!! Die Schoki is im übrigen sehr lecker... auch wenn ich mich Frage welche geistige Umnachtung dich dazu getrieben hat mir Schoki in ner Metall-Box zu schicken wo du ja das Gewicht bezahlen musst! Egal... Danke jedenfalls, auch für die Fluch-der-Karibik-Wundertüte und das Zahngold. Davon kauf ich mir Rum!

Also um 11.15Uhr gings dann endlich los. Von Bow Road mit der District Line bis nach South Kensington und von da zu Fuß vorbei am History Museum und am Albert and Victoria Museum (Museen sind für Regentage!!!) zu Harrods! Ich hab mich auf dem Weg dahin übrigens auch nur einmal verlaufen... Gott sei Dank hatte der Master ja seine Karte dabei und konnte so doch noch einen angemessenen Kurs berechnen.

Harrods is der Hammer... Konsum pur! im Erdgeschoss befinden sich die so genannten Food Halls.... *sabber* Die Schokoladenabteilung!!!!! Und der ganze andere Süßkram!!! Aber leider is da alles soooo teuer... wenn ich mal 100Pfund übrig hab dann geh ich da Großeinkauf machen. Bienenwaben mit weißer Schokolade überzogen, Türkischer Honig in 50 verschiedenen Sorten, Pralinen, Trüffel (auch von Godiva) und Bonbons und Kekse und süße, nostalgische Metalldosen!!!Und natürlich jede Menge Delikatessen, Fisch, Fleisch,Obst..alles was man sich vorstellen kann.

Weiter oben ist dann der so genannte Silver Room. Was es da gibt dürfte wohl klar sein ;-)Zwischen all den ganzen Silberlöffeln und Kannen hat des Masters untrügliche Nase natürlich sofort Witterung aufgenommen und ihn zielsicher in die Herr der Ringe Abteilung geführt. Ernsthaft, wenn mir auch nur ein einziger guter Grund eingefallen wäre, wozu ich mir einen Silberteller kaufen soll, außer ihn an die Wand zu hängen, dann hätte ich mir diesen unglaublichen Tollen Hobbit-Teller gekauft. *seufz* Aber ich hab ja nichmal ne Wand wo Platz für wäre... aber der war wirklich toll.

Im dritten Stock von Harrods befindet sich die Spielzeugabteilung. Ja da hatte der Master besonders Spaß. Sein ursprüngliches Vorhaben sich eine Qui-Gon Jinn Actionfigur zu kaufen schlug allerdings fehl da es nur noch Darth Vader und den ollen Anikin gab *wäh*. Dabei war alles so schön reduziert. Wenn es dem Master zugesagt hätte, dann hätter er sich auch für nur 9 Pfund die Death Eater Maske von Lucius Malfoy mit Stimmverzerrer und super-duper Zauberstab mit Leuchteffekt kaufen können... aber was soll man damit bitte schön anfangen?

Sehr liebreizend war die Kuscheltierabteilung. Leider überstiegen hier wieder die Teddys das Budget des Masters. Aber son flauschiger kleiner Bär im Kilt und mit Bagpipes wäre schon was gewesen.



Harrods


Nach diesem kapitalistischen Inferno musste sich unser Segelmeister erst mal ein kleines Päuschen an der frischen Luft gönnen. Da das im Londoner Verkehr nicht unbedingt erholsam ist gings dazu in den Hyde Park. Hier sind immer ziemlich viele Reiter unterwegs, es gibt sogar entlang der Haupt-Spazierwege breite sandige "Pisten" für die lieben Hoppas. Nachdem der Master also an einer Parkbank angedockt hatte gabs erstmal Mittag: lecker Chips mit Limo, äußert nahrhaft! Im Hyde Park bin ich natürlich zu Speakers Corner...war nur leider keiner da, ist vermutlich noch zu kalt. Da hab ich stattdessen eben ein Foto von Achilles gemacht.


Warum er nackt ist und seine Rüstung neben ihm steht ließ sich allerdings nicht herausfinden...

Vom Hyde Park gings durch das Queen Mother Gate zum Wellington Arch und zum Wellington Denkmal. Ja ganz recht dieser Mann wird deshalb so sehr in England verehrt weil er die Gummistiefel ("Wellingtons") erfunden hat. Jaha echt wahr, und NUR deshalb!!!!



Von hier aus bin ich durch den Green Park bis zum Buckingham Palace. Und ja die Queen war anwesend, sehr deutlich am wehenden Union Jack zu erkennen. Der Master ist auch felsenfest davon überzeugt, dass sie hinter einem der Fenster stand und ihm zugewunken hat!*


*Hier beziehen wir uns wieder auf den imaginären Äquator im Kopf des Masters.



Vom Buckingham Palace samt Queen Victoria Memorial gings dann quer durch den St. James's Park. Wenn man durch diesen Park geht sollte man unbedingt altes Brot mitnehmen. Sämtliche Tierchen (Eichhörnchen, Tauben, Gänse, Enten, Pelikane,...) sind so zahm, dass sie einem aus der Hand fressen... voll süß!!!




Vom St. James's Park bin ich dann vorbei and der Treasury und an der Waffenkammer zu den Houses of Parliament. Und da natürlich zum Big Ben! Und weil ich eh gerade in der Nähe war hab ich noch nen kleinen Abstecher zur Westminster Abbey gemacht.

Little Dagi & Big Ben

Westminster Abbey

Also wenn schon Tower Bridge und Tower von London (zumindest von außen) nicht so viel her machen, aber Big Ben mit den Houses of Parliament und die Westminster Abbey muss man gesehen haben! Unglaublich beeindruckend!!! Leider kostet die Westminster Abbey auch wieder 10 Pfund Eintritt. Also Leute, schön sparen wenn ihr mich besuchen wollt.

Von Westminster bin ich dann wieder mit der Tube heim gefahren und hab noch einen extrem geilen, roten Sonnenuntergang erlebt. Und das war mein heutiger Tag nachdem mir zu Recht die Beine weh tun.

23. Januar 2008

Uni-Bücherei und anderer Kram

18.01.2008

Leider ist das multimediale Angebot hier ziemlich begrenzt. Eigentlich wollt ich mir ne nette DVD mit Liam Neeson ausleihen... aber die haben fast nur VHS!!! Was allerdings gut ist: es gibt 12 TV-Plätze in der Bibo wo man sich dann fein mit Kopfhörern den Film ansehen kann. Richtig Stimmung kommt dabei aber auch nicht auf, schade.

Etwas tolles ist mir jedoch in die Hände gefallen: die 8. Auflage von „Lord of the Rings“ von 1974 (erste Auflage war Juli 1954). Mit richtig tollem, roten Leineneinband und Goldprägung und natürlich den zugehörigen Landkarten (allerdings nicht zum herausnehmen wie in der neumodischen Ausgabe) und schönen elbischen Verzierungen. Da das Teil auch schon über 30 Jahre alt ist sieht es natürlich auch dementsprechend abgegriffen aus und riecht..naja eben nach altem Buch, aber das trägt bei so nem Buch nur zum märchenhaften Charme bei. Naja, jetzt hab ich also wieder was zum lesen... zumindest bis zum 15. Februar, aber bis dahin hab ich das locker durch und dann sind da ja noch „The Two Towers“ und „The Return of The King“und der "Hobbit" muss hier auch noch irgendwo rumliegen.
Ich wollte ja den Herrn der Ringe schon immermal auf englisch lesen, und wo bietet sich das besser an als hier?

Über Mangel an Lesestoff muss ich jetzt also nicht mehr klagen. Vor allem da ich ja für meinen „German Narrative Fiction“ Kurs noch „Die Marquise von O...“ (die ich schon durch hab, waren auch nur 30 Seiten), „Tod in Venedig“ (ja, auch das mal wieder), „Die Legende von Paul und Paula“ (hier bin ich auf Seite 95 und das Buch ist echt gut... hab ich gar nicht mit gerechnet) und „Herr Lehmann“ lesen muss.
Und so lange ich mich an relativ „klassische“ Autoren* halte, finde ich auch immer was in der Bücherei... also mir wird schon nicht langweilig werden.

*“Klassische Autoren“ bedeutet hier in etwa soviel wie „solche, die bereits tot sind“**
** außer Patrick O’Brian, der ist zwar tot aber vermutlich noch nicht lange genug.

Der Master hat übrigens ein tolles neues Hobby…und es hat nichts mit Schiffen zu tun: Squirrel-Spotting!!!
Da wir hier glücklicherweise in einer ziemlich Eichhörnchenverseuchten Nachbarschaft leben hat selbiger jeden Morgen das Vergnügen beim Frühstück vom Küchenfenster aus sein privates Eichhörnchen zu beobachten. Man kann natürlich nicht wissen, ob es immer das selbe ist, aber davon geht der Master jetzt einfach mal aus, weil es jeden Morgen den selben Weg zurücklegt.
Demnächst wird der Master versuchen von seinem neuen Bordkameraden ein Foto zu machen. Und da wir uns dem (imaginären) Äquator (im Kopf des Masters***) nähern, kann man sich auf eine standesgemäße Squirrel-Neptun-Taufe freuen. Und damit der Master das auch richtig machen kann, so ganz ohne Köptn, wird hier an dieser Stelle um Namensvorschläge für unseren kleinen Landlubber gebeten.

*** „Du flötespielende Schwuchtel!“ vgl. Patrick O’Brian Sturm in der Antarktis




... Es ist 1 Uhr morgens. Ich hab mir gerade die tollen Rodel-Videos vom vorletztem Jahr angesehen... und hab mich voll weggeschmissen vor lachen. Hach, das waren noch Zeiten...
Der Master ist übrigens jederzeit für Video-Botschaften offen!!!


19.01.2008

Es ist Samstag und wie es sich für seinen Stand gehört hat der Master bis 11.00 Uhr in der Schwingkoje gelegen****. Nur für die, die jetzt denken „Oh mein Gott!!! Was wirft das denn für ein schlechtes Licht auf die Royal Navy, wenn ihre Offiziere bis in die Puppen im Bett liegen?“ Das wirft gar kein schlechtes Licht auf die Navy. Der Master hat sich schlicht und einfach ganz vorbildlich der einheimischen Bevölkerung angepasst***** um die guten Beziehungen aufrecht zu erhalten.

Gut ausgeruht konnte sich also unser Seebär an die Arbeit begeben: Klar Schiff machen und den Papierkram erledigen. Schließlich ist der Master ja nicht zum Urlaub machen hier... oder zumindest nicht nur. Es gibt ja immer noch Verpflichtungen aus seinen letzten Anstellungen auf der „HMS DaF-Hausarbeit“ und der „HMS AVS-Hausarbeit“.

Apropos einheimische Bevölkerung: der Master hat sich auch ausgiebig seinen missionarischen Tätigkeiten gewidmet und ist eifrigst dabei seine Mitbewohner zu Terry Pratchett zu bekehren. Als Einstiegswerk hierzu hat der Master „Guards! Guards!“ empfohlen, aber das ist ja nur seine bescheidene Meinung.

--> Spontaner Einwurf zum TV-Programm:
Uuuuuuh, na gaaanz toll: Morgen Abend kommt Alien vs. Predator im TV. Also die Woche über is das Programm ja ganz gut, aber Freitag und Samstag is echt nicht viel los. Wer bitte will denn 2 Tage hintereinander verdammtes Navy CIS sehen??? Bei CSI Las Vegas würd ich ja noch mitgehen... na ja, da kann halt nix machen.

Eine gute Nachricht gibt’s noch: Nach mehrmaliger Verzögerung durch die Telefongesellschaft söllte nun endlich ab 21. Januar Internet in des Masters Bleibe verfügbar sein. Das ist am Montag. Jetzt steht der Master vor einem kleinen Problemchen. Soll er darauf vertrauen, dass es am 21. funktioniert oder soll er sicherheitshalber doch am Montag seinen PC mit zur Uni nehmen um da noch mal online zu gehen. Auch wenn der Master ein fauler Hund ist wird er sich wohl für letzteres entscheiden. Man kann ja nie wissen ...

Eigentlich gibt es sogar noch ne gute Nachricht: Ab Ende Januar bekomme ich endlich mein Bafög. Es ist zwar noch nicht bekannt wie hoch das ist, aber da unserem Offizier ja auch Daheim der volle Satz zusteht wird das wohl hier nicht viel anders sein. Das Erasmus-Geld wurde auch am Freitag losgeschickt und könnte also am Montag schon drauf sein. Naja und die 100€ Nachträgliche-Geburtstags-Weihnachts-Shopping-Kohle aus Köln weiß der Master auch vielversprechend anzulegen!!!


**** Nicht, dass nicht auch Dienstag und Mittwoch der Fall wäre.
***** In wie weit es dem Segelmeister schwer gefallen ist das zu tun steht hier NICHT zur Debatte!

21.012008

Es ist 19.35 Uhr und ich weiß noch nicht ob das Internet funktioniert und werd es auch vermutlich erst am wochenende rausfinden...tja, so ist das eben wenn die alle bis halb 10 arbeiten sind. Da hätt ich auch keinen Bock mehr mich hinzusetzen und das zu installieren.

Ich futter gerade Abendbrot******: Schnitte mit Schwarzwälder Schinken und noch ne Schnitte mit Corned Beef. Hab ja am Sonntag wieder meine Vorräte aufgestockt und das diesmal gleich für 2 Wochen. Dann hab ich nich jeden Sonntag den Stress, dass ich einkaufen muss. Ja, ja... "Stress", aber wenn ihr dieses absolute Sonntags-Nachmittags-Einkaufschaos-mit-Mord-und-Totschlag erlebt hättet würdet ihr auch so selten wie möglich einkaufen gehn wollen...

Eigentlich wollt ich ja heute Nachmittag noch mal ins ICQ kommen, aber dann bin ich spontan mit Jana noch mal zur Oxford Street gefahren, obwohl ich meinen Laptop dabei hatte >>schlepp<<. Sie brauchte neue Klamotten und ich wollte in den Disney Store. Da hab ich dann auch n Geschenk für Maritza gekauft, denn die hat am 28.01. Geburtstag und weil die alle immer so lieb zu mir sind ******* hab ich ihr eben was kleines organisiert: ein grünes Trinkglas mit Winnie Pooh drauf. Auf den steht Maritza total... die Besessenheit reicht sogar noch weiter als mein Herr der Ringe Fanatismus! Ich bin ja mal gespannt, von Faisal hat sie sich Musical-Karten für „Les Miserables“ und nen Schokokuchen gewünscht. Ich werd mir wohl in nicht allzu ferner Zukunft hier mal „Phantom of the Opera“ ansehn. Bis Februar sind die Preise noch günstiger.

Apropos günstiger: Es gibt doch tatsächlich nen Weg für weniger als 13 Pfund in den Tower zu kommen. Maritza hat n Artikel in der Zeitung gefunden und mir gleich weitergereicht. In dem steht, dass man, wenn man Anwohner in „Tower Hamlets“******* ist und nen Biboausweis oder nen Ausweis vom Freizeit Zentrum aus „Tower Hamlets“ am Ticketschalter vorlegt, man für sage und schreibe 1(!!!!!) Pfund in den Tower kommt. DAS nenn ich doch mal ein Angebot!

****** JAAAAAA!!!! Endlich nach eine unglaublich qualvollen Woch mit ensetzlich fluffigem Toastbrot habe ich wieder mein gutes, polnisches Sonnenblumenkernbrot. Und dieses mal hab ich vorsichtshalber gleich 2 Packungen gekauft!!! ******* Am Sonntag Abend wurde ich mal wieder bekocht. Es gab lecker Bratnudeln ausm Wok mit Hühnchen, Asia-Gemüse und leckerer süß-saurer Soße. Und lecker Datteln mit Nüssen, Orangeat oder Zitronat gefüllt stehen ständig in der Küche zum Naschen bereit. Ich muss mich echt zusammenreißen!
******** Das hat absolut gar nichts mit dem Prinz von Dänemark zu tun sondern bedeutet lediglich, dass es sich um die „Tower Dörfer“ handelt. Und in einem dieser Tower Dörfer wohne ich.




Dagis Bücher...


Dagis Student ID...

Und zum Abschluss ein kleines Fülmchen von der Dagi... allein zu Haus!

17. Januar 2008

RAZZIA!!!!

16.01.2008
Heute war mal wieder mein freier Tag (Weil das Wochenende alleine für einen echten Studenten eben einfach nicht genug ist um sich zu erholen). Nach nem leckeren Mittagessen in der Mensa (Lachs mit Kartoffeln und Buttermöhrchen) gings bei ausnahmsweise mal schönstem Sonnenschein zusammen mit Jana und Stefanie zur Towerbridge. Wir haben mal wieder den Bus genommen, weil man dann mehr von der Stadt sehen kann (und es auch wesentlich billiger ist als Tube). Da wir dummerweise gerade zur Mittags Rush Hour losgefahren sind war es etwas voll und eher ungemütlich. Glücklicherweise änderte sich das nach 10 Minuten Busfahrt schlagartig ... Fahrkartenkontrolle. Aber die läuft nicht wie hierzulande ab, wo 2 nette Menschen vom Ordnungsamt in Zivilkleidung während der Fahrt deine Karte kontrollieren...NEIN! Das hier ist London und hier ist eben alles etwas größer als daheim. Der Bus wurde mitten auf der Straße gestoppt und innerhalb von wenigen Sekunden wurden sämtliche Eingänge von jeweils 3 Polizisten gestürmt. Aber nicht nur das, um den Bus rum standen noch 10 weitere Polizisten!!! Wir haben natürlich erstma voll den Schreck bekommen und wussten gar nich was los war, bis man uns dann aufforderte unsere Tickets zu zeigen. Gott sei dank hatten wir vorher entwertet. Wir ham vorher noch überlegt ob wirs lassen weil der Bus eh so voll war, dass n Kontrolleur (nach deutschen Maßstäben) eh nicht durchgekommen wäre. Bloß gut, dass wir so ehrliche Menschen sind J. Nach der Kontrolle war es erheblich leerer im Bus und wir konnten uns endlich hinsetzen und ganz entspannt bis Aldgate weiterfahren. Etwas gutes hatte das ganze ja, jetzt sind wir soooo abgeschreckt, dass wir garantiert nie, nie, NIEMALS schwarzfahren werden.

So nach diesem anfänglichen Schreck gings dann von der Aldgate Station ganz gemütlich zur Tower Bridge. Wenn man schon mal hier ist muss man die schließlich mitnehmen. Die war zwar nett anzusehn aber mehr als 5 Minuten braucht man dafür auch nicht. Also sind wir dann noch n bisschen an der Themse spazieren gegangen und am Tower vorbei gelaufen. Irgendwann wollen wir da auch noch mal rein...irgendwann. Schade ist nur, dass der Tower so teuer ist. 16 Pfund für Erwachsene und 13 für Studenten.

Weil so schönes Wetter war wie lange nicht* haben wir uns ne Weile einfach an die Themse gesetzt und uns von der Sonne wärmen lassen. Später haben wir uns noch leckere Cookies bei Subway geholt und da wir schon mal in die Richtung unterwegs waren haben wir spontan beschlossen zur St. Pauls Cathedral zu gehen. Natürlich immer an der Themse lang... auch wenn der Weg bisweilen sehr eigenartig und labyrinthös verlief. Wir wollten uns eigentlich auch das so genannte „Monument“ ansehn, leider ist das zur Zeit vollkommen eingerüstet und man sieht von dieser riesigen säule absolut gar nichts.Durch Zufall sind wir auch noch an der ältesten Kirche Londons vorbei gekommen und da es umsonst war sind wir auch gleich reingegangen. Die Kirche war eher unspektakulär, bis auf die Tatsache dass überall tolle Segelschiffmodelle von der Decke hingen. Ja es war sehr maritim und dem Köptn hätte es sicher auch gefallen.
Auf den Weg zu St. Pauls sind wir auch an der Millenium Bridge vorbei gelaufen... und weil da gerade mal wieder Parkbänke standen haben wir gleich noch ein Päuschen gemacht. Als wir dann da so saßen haben wir uns gefragt, was das auf der anderen Flussseite wohl für ein hässliches Gebäude war. Wie sich rausstellte ist es das Tate Modern gewesen... ich hatte da doch eher auf Krematorium getippt. Naja, als wir also ein wenig angewiedert über die Themse starrten bemerkten wir ein kleines süßes Umgebindegebäude direkt neben dem Tate Modern. Das war dann tatsächlich Shakespeares Globe Theater. Sehr süß.

* „lange“ ist hier als relativ zu betrachten, da ich ja kaum 2 Wochen hier bin und mir noch die Erfahrung fehlt um die normale Niederschlagsmenge für London ermitteln zu können.

St. Pauls Cathedral war sehr beeindruckend, rein sind wir allerdings heute nicht. Wir werden vermutlich mal an nem Sonntag gehen, da ist der Eintritt frei. Aber dafür haben wir im Cafe Rouge, direkt gegenüber von St. Pauls, nen leckeren Cappuccino getrunken. Das Cafe Rouge ist ein sehr putziges französisch aufgemachtes Cafe und drinnen lief die ganze Zeit der Amelie-Soundtrack.

Halb 5 war es dann leider schon wieder dunkel, also sind wir nur noch ein bisschen durch die Straßen gezogen. Und, wiedermal nur durch Zufall, sind wir auf der Fleet Street gelandet. Was ist daran jetzt so besonders, werden sich einige von euch fragen. Tja, eigentlich gar nichts. Es gibt da keine Sehenswürdigkeiten oder tolle Shops, ABER wer ein Johnny Depp Fan ist und den exakten englischen Titel seines neuen Filmes kennt, der weiß genau wovon ich rede. Der Film, den ich mir im übrigen auch noch ansehen will, heißt „Sweeney Todd- The Demon Barber of Fleet Street“. Und der spielt natürlich auf dieser Straße...lustigerweise sind wir auch an nem Barber Shop vorbeigekommen. *lol*

"Wintersmith" hab ich jetzt im übrigen auch schon wieder durch... das ist so ein geiles Buch. Wenn ich das zur Scheibenwelt-Convention schon gelesen gehabt hätte, dann hätte ich mir 100%ig den Ring aus dem Eisennagel gekauft. *hach*


Naja, das wars erstmal wieder für Heute. Also bis bald.


Dagi und Jana vor..ähm... einem phallusartigem Gebäude, dass man von fast überall aus der Stadt sehen kann
Die Dagi auf der Tower Bridge

Tower Bridge mit gutem Wetter


Tower Bridge vom Themseufer aus




Jana und Stefanie


Schiffchen in der Kirche


HMS Belfast ... für den Köptn





14. Januar 2008

Sing my Angel of Music!!!!

Olè, olè… multimediales Entertainment hat mich wieder!!!!

Gestern war das erste mal groß Wäsche waschen angesagt. Dummerweise eignet sich englisches Wetter wenig dazu die Wäsche hinterher auch wieder trocken zu kriegen. Was im Endeffekt darauf hinaus lief, dass meine Pullis und T-shirts am Treppengeländer hingen um zu trocknen und meine Unterwäsche über die Heizung drappiert wurde. Heute Nachmittag war dann aber doch alles wieder trocken.

Weil ich so ein grund guter und anständiger Mensch bin, hab ich Maritza natürlich beim wochenendlichen Hausputz geholfen. Da fiel ihr dann spontan ein, dass sie noch irgendwo nen alten TV haben müssten. Den haben wir dann erst mal aus den Untiefen der Abstellkammer gewühlt, sauber gemacht und mit Zimmer-Antenne ausgestattet. Tja und jetzt hat die Dagi ihren eigenen kleinen Fernseher auf dem sie BBCone, channel four, channel five, und irgend nen Sportsender empfangen kann. Und gerade in diesem Moment (20.45Uhr) kommt „Phantom der Oper“ auf channel four... natürlich auf englisch... und ich habe meinen Spaß. Das englische Fernsehprogramm (zumindest auf meinen 4 Sendern) ist voll toll. Ne Menge Dokus (über Englische Mythologie und Archäologie) und tolle Soap Operas die im Viktorianischen Zeitalter spielen. Auf BBCone kommt heute auch Sense and Sensibility. Allerdings leider der letzte Teil eines Mehrteilers, sonst hätt ich mir das angesehn. Oh und ab Montag kommt „City of Vice“ ne weitere historische Soap Opera (mit Darth Sidious!!!) um 21Uhr auf channel four... how very interesting.

So, aber jetzt noch mal zu Samstag. Maritza und ich haben uns nach dem Hausputz lecker Nudeln mit Tunfisch und Mais gemacht und sie hat mir dann am Nachmittag nen sehr coolen Straßenmarkt in der Nachbarschaft gezeigt. Man kann hier so ziemlich alles bekommen, von Futter über Schmuck, Klamotten bis hin zu Mucke und DVDs. Die Klamotten haben voll gute Qualität und sind spottbillig. Das liegt daran, dass die „brands“ also die Markennamen daraus entfernt sind. Ich hab da n voll schicken Mantel gesehn. Mal sehn, wenn ich endlich mein Bafög bekomme werd ich vielleicht mal sehn ob ich mir den zulege. Dank Tesco und Asda geb ich pro Woche an Futter nur so 10 Pfund aus.
Als wir also so über den Markt gezogen sind hab ich dann noch die erste Hälfte meiner Miete abgehoben (man kann im UK nämlich nur max. 300 Pfund pro Tag am Geldautomaten abheben). Maritza hat mir dann nochn bisschen die Gegend gezeigt. Hier wird extrem viel neu gebaut oder renoviert. Wir sind nämlich ganz in der Nähe vom Olympischen Dorf 2012.
Wieder zu Hause haben wir uns n riesen Topp Popcorn gemacht... nam nam. Obwohl wir die Hälfte davon an Faisal und Yasir* verfüttert haben war heute immer noch ne Menge übrig... das gabs dann zum Kaffeetrinken, zusammen mit dem Rest Wackelpudding.

Heute war ich dann erst mal für die kommende Woche einkaufen, habe angefangen „Wintersmith“ zu lesen und hab dann auch meine Miete für Januar bezahlt. Achja, irgendwo in der Nähe muss es hier auch nen Second Hand Buchladen geben. Maritza meinte da kann ich Bücher für ca. 2 Pfund bekommen, den werd ich mir bei Gelegenheit auch mal ansehn. Naja und jetzt schreibe ich mal wieder J. Morgen wird ich den Spaß dann online stellen und noch mal checken ob endlich das Erasmus-Geld auf meinem Konto ist, oder ob ich wenigstens ne Antwort auf meine E-mail bekommen hab. Mit Bafög werd ich wohl nicht vor Februar rechnen können, mal schaun.

Also dann machts gut liebe Leute und bis bald!


* Noch ein kleiner Nachtrag zu meinem letzten Post:
Faisals Bruder heißt nicht Yasim sondern Yasir ... na ja ... es is eben nicht ganz so einfach Namen in einer Fremdsprache korrekt zu verstehen.

11. Januar 2008

Lebenszeichen...

Hallo Freunde! (Um mal in guter, alter Eric-Fish-Manier zu beginnen)

Heute ist der 10. Januar, 21:42Uhr nach Greenwich Meantime und endlich, endlich, endlich kann ich meinen Laptop wieder benutzen. Aber dazu später. Am besten ich beginne am Anfang...

Es war einmal am 04. Januar 2007 so zwischen 17 Uhr und 17.30Uhr da nahm ein kleines Masterlein* tränenreich Abschied von seinen Lieben, um ganz allein in die große, weite Welt aufzubrechen... nun ja, vielleicht doch nicht gaaaanz allein. Durch eine glückliche Fügung des Schicksals und dank der an Wochentagen generell billiger ausfallenden Flüge kam selbiger Master in den Genuss die anschließenden 2 Stunden Flug plus Check-out am Gatwick Airport mit der lieben, guten Kerstin verbringen zu dürfen. Die dann auch noch ganz heldenhaft den armen, kleinen Master durch die Wirren des Flughafens bis zum Bahnsteig begleitet hat und auch zum Abschied noch dem Zug hinterhergewunken hat. Dafür an dieser Stelle noch mal gaaaaaaanz doll Danke! Mit Sahne und Kirsche oben drauf!!!!

Als dann nach 1 ½ Stunden Fahrt des Masters Gefährt in der Victoria Station einschipperte galt es nur noch am nächsten Tube-Ticketschalter eine Oyster-Card zu erstehen um auch den öffentlichen Personennahverkehr in Anspruch zu nehmen. Dies gestaltete sich als äußerst einfach, auch wenn der nette, dunkelhäutige, über 30-jährige Rastamann am Schalter das Masterlein ein wenig verunsicherte als er ihm*** seine Handynummer geben wollte. Aber ein echter Seebär lässt sich von nichts erschüttern!!!

Das Londoner Tube-Netz gestaltete sich erfreulicherweise als ausgesprochen übersichtlich und gut ausgeschildert. Da können sich die ollen Franzmänner mal ne Scheibe von abschneiden! Weniger erfreulich bei schätzungsweise 30kg Gepäck war der Mangel an Fahrstühlen. Vor allem da sich der Master auf dem Weg zu seiner temporären Unterkunft gezwungen sah 3 mal Umzusteigen. Gott sei dank wurden die Engländer sofort ihrem Ruf gerecht äußerst hilfsbereit zu sein und so musste der Master nicht alle Stufen allein erklimmen. Auch im Dover Castle Hostel wurde dem Master sofort von einer reizenden jungen Dame dabei geholfen seine Seekiste in den zweiten Stock zu befördern. Die hier bezogene Unterkunft gestaltete sich als äußerst geräumig und war mit einem heimeligen unechten Kamin ausgestattet. Dumm nur, dass sich der Master die Bleibe mit 7 Männern teilen musste. Wenigstens befand sich die Koje an der Wand und nur einer der Männer schnarchte. Glücklicherweise ist es der Master durch seine jahrelange Dienstausübung auf den Schiffen seiner Majestät gewohnt an Orten zu schlafen die eigentlich niemals schlafen. Sonst hätte das bis 3 Uhr morgens brennende Licht sicher als unangenehm empfunden werden können.

Um 8 Uhr hieß es dann auf zum „Backen und Banken“, allerdings nicht ohne vorher eine katzenartige Morgentoilette durchzuführen. Die Zimmergenossen unseres Marineoffiziers hatten leider beschlossen ihren Tag erst gegen Mittag zu beginnen weshalb es dem Master nicht möglich war sich die Haare zu richten. Es wäre, hätte man den Versuch unternommen, sicher zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen den Master gekommen. „Ein Haartrockner am Morgen bringt Kummer und Sorgen.“

Nach einem reichhaltigen Seemannsfrühstück bestehend aus Toast mit Marmelade, Kornflakes, noch mehr Toast und Limo machte sich der Master daran eine standesgemäß angemessenere Unterkunft zu finden. Um 9 Uhr Greenwich Meantime initiierte unser Segelmeister**** also eine erste Kontaktaufnahme mit einem seiner Agenten. Da diese sehr positiv verlief fand er sich kaum 1 Stunde später auf dem von ihm zu begutachtenden Anwesen wieder. Die Ehefrau des betreffenden Agenten war über alle Einzelheiten unterrichtet worden und gestattete dem Master einen ausgiebige Besichtigung der Ländereien. Da der Master alles zu seiner Zufriedenheit vorfand wurde sogleich der Vertrag mit Handschlag besiegelt. Da dieser erste Morgen in London doch recht anstrengend war lud man den Master zu einer schönen Tasse Tee und Keksen ein, machte im Anschluss noch einen kleinen Besichtigungsrundgang durch die Nachbarschaft und half liebenswürdigerweise auch unserem Marineoffizier seine Seekiste aus der alten Herberge zu holen. Aber nicht nur das, das arme, kleine, halb verhungerte Masterlein bekam sogar noch ein ausgezeichnetes Mittagsmahl von der Herrin des Hauses zubereitet und konnte sich im Anschluss voll und ganz darauf konzentrieren sich in seinem neuen Heim einzurichten.

Es war ein sehr anstrengender Tag für den Segelmeister, und aufgrund der letzten doch eher kurzen Nacht befand er sich um 21Uhr Ortszeit bereits in tiefem Schlummer. Und da er auch jetzt noch schläft (ausgelaugt von seiner doch recht kunstvoll verschörkelten Berichterstattung J) bleibt wohl der Dagi nichts anderes übrig als selber weiterzuschreiben.

*Anmerkung des Autors: Menschen die nicht dem Master&Commander-Wahn verfallen sind wird dies absolut gar nichts sagen. Deshalb zur Aufklärung: Master = Dagi.**
** Dem geneigten Leser wird es vielleicht komisch vorkommen, dass der Autor von sich selbst in der dritten Person spricht. Aber das ist dem Autor egal.
*** Ja, natürlich ist der Autor männlich. Oder gibt es etwa in der Royal Navy des 18. Jahrhunderts von Frauen bekleidete Offiziersposten? Ich denke nicht!!!
**** „Segelmeister“ ist lediglich die deutsche Bezeichnung für den Rang unseres Offiziers.

Am Sonntag Nachmittag ging es dann zum ersten shoppen mit Faisal und Maritza. Die haben mir netterweise angeboten mich jeden Sonntag mit dem Auto mitzunehmen zu Asda. Das ist so was wie Wertkauf. Alles schön billig, es sind geradezu deutsche Verhältnisse. Da hab ich mich also erst mal mit dem Nötigsten eingedeckt: Brot, Magarine, Marmelade J, Kartoffeln, Reis, Frost-Gemüse, diverse Soßen, Tee und Sqash. Nein, das ist keine Sportart, wie fälschlicherweise in unseren Breiten oft angenommen, sondern Getränkesirup *lol*. Sonntag habe ich dann auch festgestellt, dass mein Adapter nicht an den Stecker meines Laptops passt. Das war natürlich erst mal der Super GAU. Aber wie ihr euch denken könnt wurde das Problem gelöst. Aber dazu später.

Montag war dann mein erster Tag an der Uni. Um 9.45Uhr gings los. Wir Austauschstudenten (Alles Mädels, alle aus Dtl, FR oder der Schweiz) wurden dann erst mal über den Campus geführt damit wir uns nicht verlaufen und irgendwo nur dumm im Weg rumstehn. Interessanterweise liegt mitten auf dem Campus ein Jüdischer Friedhof, keine Ahnung wieso, aber es ist irgendwie lustig wenn man von der Bücherei zum Kunstgebäude will muss man da eben vorbei. Naja, nach der Campustour wurden wir alle an einer Wand wie Schwerverbrecher aufgestellt und fotografiert. Das ganze diente der Herstellung unserer Studentenausweise. Sehr neumodisch mit Strichcode und so zeug. Man muss den hier ganz oft vorzeigen wenn man ein Gebäude betritt und in die Bibo kommt man auch nur rein, wenn man das Ding übern Scanner zieht und das Drehkreuz frei schaltet. Überhaupt ist der ganze Campus richtiggehend abgeriegelt von der Außenwelt. Nicht wie in Dresden wo da mittendrin Leute wohnen. Aber das ist hier wohl normal so.

12.30Uhr war erst mal Mittagspause und wir 3 Deutschen sind mit den 2 Schweizerinnen in die Mensa gegangen. Hier gibt’s richtig geil lecker Zeuch. Frischen Lachs und Salat und andere Tolle Dinge und mit 4-5 Pfund ist das sehr Preiswert für die Qualität. Aber ich koch trotzdem immer zu Hause, da kostet mich ne Mahlzeit nicht mal ein Pfund... und ich muss ja sparen.
14.30Uhr haben wir uns dann mit unserem Koordinator Robert Gillett getroffen. Ein sehr putziger Kauz mit typisch englischem Humor, aber sehr nett. Mit dem haben wir unsere Kurswahl besprochen und den Stundenplan festgelegt. Ich hab jetzt also montags immer von 10-12Uhr, dienstags von 14-18Uhr, donnerstags von 10-13Uhr, freitags von 12-14Uhr und mittwochs hab ich frei.
Nach der Besprechung sind wir dann noch in die Bibo und haben Internet ausprobiert. Das auch funktioniert, wie ja einige von euch sicher schon bemerkt haben. Ich hoffe nächste Woche hab ich dann auch zuhause Internet. Das Modem kam gestern, mal sehn wann Faisal Zeit hat das alles einzurichten.

Dienstag war dann mein erster echter Tag an der Uni. Da Hatte ich ne Vorlesung in Film Studies („Stars“). Im Anschluss daran gabs ein Screening und da ich zu Hause eh keinen TV hab ist das ganz nett zum Filme schauen. Nächste Woche ist glaub ich „Singing in the Rain“ dran. Das tolle ist, da die Uni so sehr auf Film Studies spezialisiert ist haben die richtige Kinos als Hörsäle. Das ist schon gemütlich in so nem Sessel zu sitzen... da können unsere Holzstühle in Dresden nicht mithalten.
Abends hab ich mich nochn bissl mit Faisal und Maritza socialised und wir haben bis halb 1 Früh in der Küche gesessen, gequatscht und Wackelpudding mit Vanillesoße gefuttert.

Mittwoch hab ich dann erst mal bis mittags geschlafen, mir dann was gekocht und hinterher bin ich 30 Minuten zu Lidl gelaufen (ich bin zu geizig 90 pence für ne Busfahrt über 3 Haltestellen auszugeben, außerdem war das Wetter schön und der Weg geht durch nen netten Park). Da hab ich mir dann gute deutsche Bockwürste, Schwarzwälder Schinken und Karamell-Cappuccino gekauft. J Außerdem war ich noch mal in der Bibo um ins Internet zu gehen. Da ich aber immer noch keinen passenden Adapter hatte konnte ich mir nur 1 Stunde online gönnen. Abends habe ich dann auch endlich mal Yazim kennengelernt. Mein dritter Mitbewohner und der kleine Bruder von Faisal. Der hatte sich sonst immer in seinem Zimmer verschanzt und ich hab nur gemerkt dass er existiert weil er öfters mal auf Toilette geht (mein Zimmer is neben dem Bad). Durch einen geschickten, kleinen, recht destruktiven Handgriff (Stichwort: geschmolzenes Plastik) hat Faisal auch endlich meinen Adapter dazu gebracht an meinen Laptop zu passen. Das war sehr lieb von ihm... noch lieber war auch, dass er mir ne englische Sim-Karte organisiert und sogar geschenkt hat. *hach* Ich hab echt voll Schwein mit den Leuten gehabt. Alle voll lieb und unkompliziert... und am Wochenende wollen wir auch mal was zusammen unternehmen.

Donnerstag hatte ich meinen Medieval German Language & Literature Kurs. Sehr lustig weil es nur 4 Leute gibt den machen. Und alle 4 sind Deutsche, genau wie der Professor, also reden wir natürlich auch deutsch. Und weil wir so wenige sind findet der Kurs ab sofort in seinem Büro statt. Er meinte da gibt’s Tee und Kekse und Musik hat er auch. DAS nenn ich Uni wie sie sein muss.
Nach dem Unterricht hab ich mich noch mit den anderen beiden Deutschen und den 2 Schweizern getroffen und wir waren auf der „Sports Fair“ ... so ne Art Markt wo sich die Hochschulgruppen vorgestellt haben. Mal sehn vielleicht geh ich zu nem Selbstverteidigungskurs. Die ersten 2 male sind gratis und danach kostets auch nur 2 Pfund pro Termin.
Weil wir durch die Sports Fair relativ schnell durch waren haben wir (Jana, Stefanie und meine Wenigkeit) beschlossen noch was lustiges zu machen. Also haben wir uns in den Bus gesetzt und sind zum Oxford Circus gefahren und haben Schaufensterbummel gemacht. Bus fahren in London ist schön weil man sehr viel sieht, der Preis geht auch aber es dauert unendlich lange. Für ne Strecke in der man in der Tube 15-20 Minuten braucht fährt der Bus ne Stunde oder länger, je nach Verkehr eben.
Naja, wir waren jedenfalls im Liberty. So n Nobelkaufhaus in dem es Klamotten, Teppiche, Stoffe, Möbel und so Zeugs gibt. Das war extrem geil. Das Kaufhaus stand auf meiner „Unbedingt Ansehen – Liste“. Innen ist alles mit Holz vertäfelt das sieht alles unglaublich schön antik und romantisch aus, aber das Beste: Das Holz für die Vertäfelung stammt (Köptn jetzt musst du aufpassen!!!) von den beiden letzten hölzernen Schiffen der Royal Navy!!!!!! Der „HMS Impregnable“ und der „HMS Hindustan“. Versteht sich von selbst dass ich natürlich überall anfassen und dran rumrubbeln musste. Hach ich habe förmlich den Pulverqualm gerochen und den Kanonendonner gehört... allein der Gedanke dass ich das Holz dieser Schiffe anfassen konnte war atemberaubend... die anderen haben dass natürlich nicht verstanden, vermutlich liegt es daran, dass es auch nur der Köptn und der Erste verstehen können...aber so ist das eben.***** Eigentlich wollte ich mir auch was hübsches kaufen, aber nachdem ich gesehen hab, dass ein Kopfkissenbezug alleine 55 Pfund kostet hab ich mir das anders überlegt. Allerdings hatten die auch sehr schöne Seifen. Naja, spätestens mit dem Köptn geh ich da wohl noch mal rein.
Nach dem Liberty haben wir Kaffee getrunken bei Garfunkel’s. Extrem leckerer heißer Chocolate Fudge Chocolate Cake mit Vanille Eis. Hat zwar 4,25 Pfund gekostet aber das war es wert. *nam nam*
In anbetracht dessen, dass mein MaC Buch nur 100 Seiten übrig hat hab ich mir dann auf der Oxford Street in nem Buchladen auch Wintersmith in der Taschenbuchausgabe (mit dem Kidby Cover!!!) gekauft, für 6,99 Pfund. Danach bin ich dann mit Stefanie im Bus nach Hause gefahrn. Ganze 75 Minuten... aber na ja... 90 pence... Tube hätte mehr gekostet.

***** Ja hier geht es wieder einmal um die Master&Commander Bücher von Patrick O’Brian.

So und jetzt sitz ich auf meinem Bett und tippe diese Zeilen. Es ist 23.36Uhr. Morgen nach der Uni stell ich den Spaß online und dann dürft ihr liebe Freunde, Verwandte, etc. es lesen!!! Ich geh jetzt schlafen, Morgen abend gehen wir vielleicht ins Kino, wenn es nicht zu teuer ist und wenn was gutes läuft... ich würd ja zu gern Sweeney Todd sehn. Also dann gehabt euch wohl und Gute Nacht.

Die Dagi

Ps.: Jetzt wo ich wieder Strom habe werde ich mich wohl öfters mal melden. ICQ, e-mail, DA, was auch immer.
Pss.: Fotos gibts unter http://caranaraf.deviantart.com/