Lang, lang ist's her, seit unser geliebter Offizier seinen letzten Bericht veröffentlicht hat, doch nun ist es endlich wieder so weit. Viel Spaß, ihr Landlubber und Seebären da draußen!

Vom
8. bis 10. August befand sich unser Master völlig spontan zusammen mit seinem geliebten Kapitän und dem Ersten Offizier auf Kaperfahrt durch das grüne Herz Deutschlands*. Wie es dazu kam? Nun ja, der Köptn als solcher steht ja in einem gewissen Ruf, dank welchem er zahlreiche überaus nützliche Freunde in der Welt der Reichen und Schönen hat. Einem dieser "Freunde", wir bezeichnen ihn jetzt an dieser Stelle einfach mal als des Köptns Mätresse, gelang es aufgrund seiner Position einige gar liebreizende Freikarten für ein überaus knuffiges und urtümliches

Festival der Rock-Musik zu ergattern. Da selbige Person allerdings zum angegebenen Datum andersweitig okkupiert war kamen unsere Offiziere in den Genuss bereits erwähnter Karten.
*Da essen sie noch Hunde, nach altem Rezept, zur winterkalten Stunde.Mittwoch Nacht waren dann alle Formalitäten erledigt und man machte sich am nächsten Tag auf um ausreichend proviant so wie Spirituosen zu organisieren. Schließlich muss die ordnungsgemäße Einhaltung aller Navy-Richtlinien, die unter anderem einem Seemann einen halben Liter Rum pro Tag zugestehen, auch auf dem Festland gewährleistet werden!

Freitag Nachmittag wurde pünktlich mit der Tide ausgelaufen und kaum 3 Stunden später fand sich die Crew mitten im Nirgendwo wieder. Nun ja, vielleicht ist "nirgendwo" nicht ganz das richtige Wort... es gab natürlich schon...Dinge... Scheunen und so... am besten lässt sich das ganze wohl als äußerst rustikale und pitoreske Feld-und-Wiesen-Landschaft beschreiben.
Aber was ein echter Seebär ist, der kommt auch mit wenig aus und so blieb immerhin genug Platz um ein dem Köptn angemessenes Pracht-Zelt aufzubauen. Natürlich inklusive der

äußerst maritim gehaltenen Standarte vor dem Eingang. Selbige wurde auch sogleich ehrerbietigst von benachbarten Wohnwageninsassen betrachtet.
Gegen 20 Uhr, also 8 Glasen der Nachtwache, begann auch das kulturelle Programm dieses Tages. Allerlei lustige Gesellen spielten auf zu Tanz und Sauf und die Crew amüsierte sich einwandfrei. Während einer kurzen Umbaupause fand man sich in der Achterkajüte zum Kapitänsdinner mit Pommes und

Currywurst ein um anschließend wieder ausreichend Kraft zum maritimen abhotten zu haben.
Leider löste sich gegen 1 Uhr die Festgemeinschaft bereits auf und unseren Offizieren blieb keine andere Wahl als die Zeit mit schlafen totzuschlagen.
Am Morgen danach begaben sich Erster und Master aufgrund von fortgeschrittenem Verdreckungsgefühl auf die Suche nach angemessenen Bademöglichkeiten. Da man sich im Land der

Tausend Teiche befand hätte das eigentlich kein Problem sein sollen. Nun ja, tausend Teiche kann schon sein, nur einmal ist er zu klein, dann zu schlammig, dann das Ufer zu Steil, dann zu nah an der Straße und dann wieder Naturschutzgebiet. Nach einigem Suchen gelang es unseren beiden Offizieren allerdings ein annehmbares Gewässer zu lokalisieren und man machte sich an die Morgentoilette, auch wenn besagtes Gewässer leider nur knietief war. Der Erste, die alte Mädchensau hatte natürlich piekfein einen Badeanzug dabei. Pah, da kann der Master nur lachen, ein echter Kerl geht au natural!
--> Nachtgeschrei
Wieder ganz shipshape hergerichtet machten sich unsere Seebären wieder auf Richtung Köptn, welcher mittlerweile aufgewacht war, nur um festzustellen, dass Master und Erster seine Anziehsachen im Auto spazieren fuhren. Ja das Leben kann grausam sein. Aber trotz seiner Versifftheit gelang es ihm unterhaltsame Kontakte zu anderen Zeltplatzbewohnern zu knüpfen.
--> Schelmish
Kurze Zeit später hieß es antreten zum Backen und Banken. Der schiffseigene Smutje** zauberte leckere Pasta mit Tomaten-Basilikum Soße und Reibekäse auf den nicht vorhandenen Tisch und man schlug ordentlich zu.

-->
Schelmish
Nachmittags ließ man sich noch zusammen mit ein paar anderen Liebhabern der Biersorte 5,0 zu einer gepflegten Runde Munchkin nieder und beagb sich gegen 16 Uhr wieder in den Musiksalon.
** Verkleidet als Erster Offizier
Die Highlights dieses Abends waren eindeutig
Nachtgeschrei,
Schelmish,
Saltatio Mortis und natürlich die
Apokalyptischen Reiter. Aber auch das Late Night Special mit
Ingrimm war überaus unterhaltsam.

Saltatio Mortis und die Reiter waren als Hauptact des Abends natürlich wieder sehr geil... denkt der Master... naja, bei Saltatio Mortis WEIß der Master dass sie geil waren***, obwohl er immer mal wieder zwischendurch aus dem Zelt verschwand um nach dem Ersten Offizier zu suchen der spurlos verschwunden war.
*** Alea, im Rock auf der Absperrung stehend und der Master in der ersten Reihe...hach... er hätte nur die Hand ausstrecken müssen um...Pfui! Aus! Böser Master!!! 
Als dann die Reiter endlich auf die Bühne kamen hatte der Master den Ersten bereits gefunden. Leider befand sich selbiger in einem durch bösartigen Alkoholmissbrauch verursachtem Delirium und bei dem ständigen Gejammer "Hilf mir! Ich steeeerbe!!!", den Würgegeräuschen und den öfters einsetzenden Zitterattacken sah sich der Master außer Stande ein Mitglied seiner Crew einfach so auf dem Dixi-Klo verrotten zu lassen. So konnten die Reiter leider nur akustisch bewundert werden und der Master tanzte für sich selbst vor den Dixi-Klos****. Der Köptn leistete dem Master solidarisch Gesellschaft und wurde von selbigem auch kurzzeitig IN das Party-Zelt entlassen damit wenigstens einer mal was von den Reitern sieht.
--> Alea, von Saltatio Mortis... Leckerfleisch^^****Männer sind reudig. Einige weniger als andere, aber reudig sind sie alle. Was bringt Männer dazu, wenn keinen Meter Weg von ihnen ein durchaus respekteinflößender Marineoffizier an einem Klo lehnt nicht auch ein Klo zu benutzen sondern selbigem Offizier nur den Rücken zu zudrehen und in die Landschaft zu pissen...BAH. Irgendwann war der Erste dann wieder soweit stabil, dass man ihn zusammen mit einem Brechnapf, einer Flasche Wasser und einer Packung Baby-Feuchttüchern in das Zelt hiefen konnte. So konnten sich unsere zwei verbleibenden Offiziere noch der letzten Band des Abends widmen: Ingrimm. Sehr drollige Kombo deren Sänger aussieht wie Gimli der Zwerg...nur..äh... peinlicher.
Weil es die Nacht über empfindlich Kalt wurde begaben sich unsere Seebären noch an ein überaus verlockend prasselndes Feuer unter einem Topf Gulasch an welchem sie sich auch bis 3 Uhr morgens ordentlich durchräuchern ließen. Anschließend kroch man ins Bett um am nächsten Morgen vom Ersten geweckt zu werden, der das Zelt verließ um sich allein auf die Suche nach einem Tümpel zu machen um die Spuren der letzten Nacht in trauter Zweisamkeit mit einem Dixi-Klo abzuwaschen... Mehrer Stunden später, unsere zwei Offiziere waren auch wieder wach und auf den Beinen, kehrte der verlorene Sohn heim, allerdings ohne Wasser gefunden zu haben. Wie heißt es so schön? Das Leben ist ein Strand!
Zu Besserung der Stimmung wurde erstmal magenschonender Babybrei konsumiert und anschließend faulte man noch ein wenig vor dem Zelt herum. Gegen 13.30 machte man sich daran wieder den heimischen Hafen anzusteuern. Unterwegs an der Autobahnraststätte noch nen ordentlichen Kaffee abfassen und lecker Salami mit trocken Brot und Gurke essen und schon war man wieder daheim. Dann erstmal ein schönes Schaumbad nehmen um sich nicht mehr wie ein Schinken zu fühlen und anschließend schlaaaaaaaaaaaaaaaaafen.
Alles in allem war es ein sehr geiles Festival*****, auch wenn auf dem Zeltplatz nicht mehr als 50 Leute waren und überhaupt der Publikumszulauf sehr gering war. Denn für ein solches Aufgebot an Bands sind 400 Leute Publikum schon recht ...dezent. Aber dafür war es eine überaus persönliche und intime atmosphäre^^.
***** Mit dem Namen Dragensdorf Rockt!