Um 7 Uhr morgens ging es los... das Geklingel des Weckers, es galt schließlich Schnittchen zu schmieren, Sitzkissen einzupacken und sich nochmal aufzuhübschen. Um 9.00 traf man sich dann mit gleichgesinnten Der Linken am Pirnaer Bahnhof um singenderweise nach Dresden zur Marienbrücke zu fahren. Dank modernster Technik und guter Planung bekam man schon auf der Fahrt erste Meldungen zum Stand der Blockade-Dinge und entschloss sich den Anweisungen entsprechend Stellung am Bahnhof Dresden Mitte zu beziehen. Hier waren bereits ettliche Blockierwillige versammelt und...äh... blockierten... Dinge. Ja ... das war schön, es gab auch jede Menge Aufkleber, Flaggen zum mitschwenken und Suppe.
Aufmerksam beoabchtete man auch die nicht unbedrohliche Ansammlung von Hubschraubern über der Menschenmenge und die dazugehörigen Bodentruppen die langsam aber sicher Zufahrts und Abfahrtswege versperrten. So beschloss man sich vorsorglich schon jetzt Richtung Hauptbahnhof zu bewegen um nicht im Ernstfall vom eigentlichen Geschehen ausgeschlossen zu sein. Dass man gleichzeitig auf der Suche nach einem Stillen Örtchen war spielte bei dieser Entscheidung überhaupt keine Rolle.
Am Hauptbahnhof selbst angekommen sah die Lage erstmal nicht anders aus als in Mitte. Keine Nazis, dafür aber Polizisten und Blockierer. Im Vorfeld hieß es ja die Elbe solle als natürliche Grenze zwischen den zwei politischen Lagern fungieren, aber ersten kommt es zweitens, und drittens als man denkt. Der Bahndamm wurde nämlich als unnatürliche natürliche Grenze genutzt und man war so quasi ohne Sicht und / oder Hörkontakt zum Feind. Wie es so viele der Blockierer trotzdem geschafft haben durch die Netze der Polizei zu schlüpfen ist nicht bekannt, man unterstellt ihnen jedoch gute Planung und zahlreiche Bekannte wohnhaft in den Studentenwohnheimen. Das könnte beim Einschleusen geholfen haben. Von den in den Medien viel präsentierten Gewaltaktionen waren von da wo ich stand jedenfalls nur Rauchwolken und Wassertropfen auf Jacken zu sehen.
Überhaupt blieb es am Hauptbahnhof ausnahmslos ruhig... von den vereinzelten Streu-Nazis abgesehen die sich nach Auflösung ihrer Demo heimlich, still (meistens) und leise davon stahlen.
Die Blockierung der Budapester Straße ließ sich auch nur von weitem sehen und schien noch bis in den Abend hin anzuhalten.
So das wars auch schon. Wir gingen hin, wir blockierten, die Nazis verzogen sich. Okay, ein paar hundert haben sich nach Dresden Plauen abgesetzt, aber anscheinend konnten auch die inzwischen abtransportiert werden. Hoffen wir der Spuk ist vorerst vorbei und dass Pirna nicht wieder als spontaner Austragungsort einer Mitternachtsdemo herhalten muss.
Möge die Macht mit euch sein!
Ach ja, wer will darf mir gern heiße Schoki und Marshmallows spendieren ... und vielleicht son Aggressions/Stress Knetbällchen.