16. März 2008

Paint me green, Paddy!!!

Heute fanden in London die große alljährliche St. Patrick's Day Parade und das dazugehörige Festival satt.* Aber dazu später mehr.

Der heutige Tag begann für unseren Segelmeister bereits um 9 Uhr morgens, denn selbiger hatte sich ja, wie bereits gestern schon erwähnt, dazu bereit erklärt Botschafterin Alicia beim Umzug zu helfen.
So traf man sich also Punkt 10.30Uhr GMT vor dem Genesis Cinema in Stepney Green und machte sich von dort aus über die Hannibal Road auf zu ihrer alten Behausung. Der Master staunte nicht schlecht als er dort 2 riesige Trolleys (solche wie er auch selber hat), einen halb so großen Trolley, 2 kleinere Reisetaschen, eine Ikea-Tragetasche, eine weitere Umhängetasche und einen Wäscheständer erblickte. Das versprach ein ganzes Stück Arbeit zu werden.

Umziehen, wie jeder weiß, ist Scheiße. Umziehen ohne Auto ist doppelt Scheiße, aber Umziehen ohne Auto aber dafür MIT Regen... naja... das kann sich wohl jeder selbst denken. Die erste Hürde war, den ganzen Kram über die liebreizenden, traditionellen, extremst schmalen, englischen Treppen überhaupt bis zur Wohnungstür zu bekommen. Von da gings dann durch das Gott sei Dank breitere Treppenhaus vom zweiten Stock runter. Von da ca. 10 Minuten Fußweg bis zur Bushaltestelle. Danach Mega-Koffer in den Bus hiefen und den Busfahrer zum Lachen bringen**. 2 Stationen später: aussteigen und wieder 5 Minuten Fußweg bis zur nächsten Buslinie. Wieder Koffer reinhiefen und diesmal etwas länger fahren, vorbei am Lidl bis zur Westferry DRL Station.
Von da sollte es rein theoretisch ein Katzensprung bis zur Limehouse DLR Station gewesen sein, wo sich die neue Wohnung befindet. War es aber nicht. Erstens gelang es dem Master trotz ausgezeichneter navigatorische Kenntnisse nicht den richtigen Weg zu ermitteln*** und zweitens regnete es immernoch... und stürmte. Egal. "Folgen wir einfach mal den Schienen, dann müssten wir ja irgendwann zu dem Bahnhof kommen!" Dachten wir. War aber auch nicht so. Denn dummerweise führte keine einzige Straße direkt an den Schienen lang, was zur Folge hatte, dass wir immer im Zick-Zack gelaufen sind. Ich möchte den geneigten Leser an dieser Stelle informieren, dass wir immernoch jeder je einen riesigen Koffer und eine Tragetasche dabei hatten.
Nachdem wir uns dann endgültig verlaufen hatten und vor einer Mauer angekommen waren wurde beschlossen evtl. doch wieder einen Hauptverkehrsweg aufzusuchen. Da angekommen eine freudige Überraschung: "Sieh mal da, Schienen!" Von dieser exorbitanten Sicht angespornt machte man sich neu gestärkt auf den Weg. An den Schienen angekommen musste jedoch festgestellt werden, dass noch immer kein Bahnhof in Sicht war. Verdammt! Und aus irgend einem unerfindlichen Grund zeigte des Masters normalerweise zuverlässige Karte an, dass an der Stelle, wo die Schienen waren überhaupt keine sein dürften... oder, dass die Straße über die sie liefen eigentlich an einer anderen Stelle sein müsste. Eigenartig.
Der völligen Erschöpfung und Verzweiflung nahe werden der Master und seine Botschafterin plötzlich von einer netten Dame angesprochen, die fragt, ob wir zu "Andrei" in die WG ziehen wollen. Und überraschenderweise lautet die Antwort darauf "JAAA!!!!" Es stellte sich heraus, dass selbige junge Dame die Freundin Andreis war und wusste, dass wir auf dem Weg sind. Und wie die Packesel beladen und mit Stadtplan in der Hand müssen wir wohl ihre Aufmerksamkeit erregt haben. Dank ihrer 1-A Wegbeschreibung kam man dann auch ratz fatz am neuen Quartier der Botschafterin an. Andrei kam uns freundlicherweise auch schon entgegengeeilt und schleppte höchst selbst die 2 fetten Koffer in den 3. Stock. Tja, zu irgendwas müssen Männer ja gut sein^^.
Liebend gern würde ich an dieser Stelle berichten, wie froh der Master und seine Botschafterin waren es nun endlich hinter sich zu haben. Leider befanden sich jedoch noch ein kleiner Trolley, 2 Reisetaschen und ein Wäscheständer in der alten Wohnung. Also auf zur zweiten Runde.
Intelligenter Weise erkundigte man sich vor verlassen der neuen Wohnung, wo denn die nächste Bushaltestelle wäre: "Na ganz einfach: am Lidl. Keine 10 Minuten von hier." AAARRRGGGHHHH!!!! Master und Alicia brauchten auf dem Hinweg über eine halbe Stunde, da sie dummerweise am Lidl vorbeigefahren waren, weil sie dachten, sie müssten zur Limehouse Station. Egal. Was solls. Jetzt ist es eh zu spät. "Komm wir gehn los." Es regnet immernoch.
Glücklicherweise verlief die zweite Runde, bei der dann auch Botschafterin Andrea mit anpackte, wesentlich glatter, auch wenn der Master Morgen eine blaue Hüfte und Striemen an der Schulter haben wird****.

13.30 war dann endlich alles in der neuen Wohnung, des Master Frisur nicht mehr existent und seine Hosen vom Saum bis zu den Knien völlig durchnässt. Über Schuhe und Socken wird gar nicht erst geredet.

14.00 Uhr befand sich der Master dann endlich wieder zuhause und konnte sich trockene Sachen anziehen, die Haare kämmen, eine Banane und Fleischbällchen essen, sich eine Mütze aufsetzen um die schlimme Frisur zu verstecken und dann ging es 15 Uhr endlich an den spaßigen teil des Tages:

St. Patrick's Day Parade.
Die bereits vorbei war als man 15.40Uhr am Trafalgar Square eintraf. Gut, dass es noch das Festival gab. Bis 17 Uhr blieb man beim Konzert von Raisin Murphy*****. Hier gab es jede Menge brüllende, tanzende, betrunkene Iren. Das war lustig.^^

Anschließend gings zum Leicester (sprich: Lester) Square um traditioneller irische Musik zu lauschen. Der Master fand das außerordentlich toll und freut sich schon auf seine Zeit in Irland um da hoffentlich in vielen Pubs in den Genuss solcher Musik zu kommen.

Zum Schluss widmete man sich den in Covent Garden befindlichen irischen Fressständen. Da leider ein Becher Irish Beef mit Mashed Potatoes 5 Pfund kostete wurde nix gegessen. Botschafterin Alicia lud allerdings ihre fleißigen Helferlein noch auf eine Tasse lecker heiße Schokolade mit Marshmallows und Schlagsahne ein. Namnam.

Dann machte man sich auch schon auf den Heimweg, denn der heutige Tag war doch recht anstrengend. Auf dem Weg zur Tube Station wurde noch ein kleiner Zwischenstopp in einem tollen DVD/CD Kaufhaus gemacht und der Master erstand die "Moulin Rouge" 2-Disc-Special-Edition-DVD für lächerliche 3 Pfund.

Mittlerweile ist der Master so müde, dass er sich heute nichtmal mehr seiner neuen DVD widmen kann. Er wird jetzt nur noch diesen Eintrag vervollständigen und sich dann ganz schnell ins Bettchen begeben.

Also gute Nacht liebe Leute.

P.s.: Es regnet immernoch.


* Auch wenn der eigentliche St. Patrick's Day erst morgen am 17.03. ist.
** Die SAU!!!
*** Es könnte daran gelegen haben, dass mein SUPI TOLLER Stadtplan dummerweise die Straße auf der wir uns befanden nicht mehr anzeigte.
**** Aua, aua. Schwere, klobige Dinge.
***** LOL ... Raisin Murphie... die Rosine Murphy... der Master ist froh nicht Rosine zu heißen, oder Backpflaume, oder wie irgend ein andere Trockenobst.
Der Master und Charlie Chaplin am Leicester Square

Impressionen vom St. Patrick's Day Festival

6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

hach ja, umzüge sind doch immer wieder eine schöne gelegenheit um andere leute zu erheitern ^^
aber mein lieber master! ein bisschen körperliche ertüchtigung kann einem seebären auf landgang wohl kaum schaden! *bequemimledersesselzurechtrück*
hach ja, die iren. immer gut für einen geschmacklosen witz und voller lebensfreude (auch genannt alkohol)!
lg!

Anonym hat gesagt…

Immerhin musstet ihr für die Koffer nicht auch noch einen Fahrschein lösen^^. Und wenns regnet hagelts immerhin nicht... . Klingt aber nach nem lustigen Nachmittag. Wundert mich ja auch gar nicht - mit den Landsmännern vom Ersten muß man ja Spaß haben!

Betti hat gesagt…

wegen Raisin Murphy.. ich will dir nicht die Freude nehmen, aber ich glaub, sie heisst Roisin... (aber so moechte ich auch nicht heissen)...

LG Beti

Anonym hat gesagt…

Yep, sie heisst genau genommen Roísín (Diminutiv von rose, also ganz und gar keine Trockenfrucht:))
Den abenteuerlichen Umzug hast du aber sehr gekonnt beschrieben, werde alle, die denken, ich hätte mit der Beschreibung der durchlittenen Qualen übertrieben, auf deinen Blog verweisen:)

Schweizer Botschafterin (was für ein stolzer Titel mir hier verliehen wurde!)

Anonym hat gesagt…

wo gibts denn den st. patricks day noch überall...kann es sein das es ihn auch in amerika gibt oder täusche ich mich da...im übrigen bei uns liegt schnee und es soll die nächsten tage auch noch schneien...beweisvideo kommt noch...weiße ostern....ole ole
^^..schlitten fahren

antje

Dagi hat gesagt…

ja ja ... zum titel: schweizer botschafterin muss ich hinzufügen, das erklärt sich in irgendeinem der früheren posts.. naja eigentlich auch da nicht. es hat was mit meiner vorliebe für mariene historische romane zu tun. insbesondere der aubrey/maturin reihe von patrick o'brian bei dem ein kapitän und ein naturforscher/spion die hauptrollen spielen... ok auch das erklärt es nicht wirklich, aber was solls^^ ich bin eben sehr tief in diesen büchern verstrickt^^